Bruder Petrus Schüler

Boden der Grabeskirche wird renoviert

Im Bild vom Sommer 2016 gut erkennbar der Fußboden um die Ädikula herum; später wurde ein provisorischer „Schutzfußboden“ über den historischen Belag angebracht. Bild von Bruder Petrus Schüler

Seit der Renovierung des Grabes Christi, abgeschlossen im Jahre 2017, ist es ruhig geworden um diese wichtige Stätte der Christenheit. Das heißt aber nicht, dass nicht ständig gearbeitet würde!

In einem nächsten Schritt stand die Renovierung des Fußbodenbelags auf dem Programm – eine sehr aufwändige und schwierige Aufgabe: der Bodenbelag stammt teilweise noch aus byzantinischer Zeit. Hinzu kommt, dass man gründlich studieren musste, was sich denn unter diesem Plattenbelag befindet: Manches kam schon zum Vorschein, als um die Ädikula, den Grabbau, der Boden geöffnet wurde und die Restauratoren zum Beispiel Teile des Entwässerungssystems entdeckten. Das ist nur ein winziger Teil einer Situation, die man damals schon scherzhaft „Schweizer Käse“ nannte; es gibt Tunnels, Räume und Gräber und es gilt auch, die Standfestigkeit der Ädikula festzustellen.

Wurden die Renovierungen damals von griechischen Experten durchgeführt, sind es dieses Mal italienische Spezialisten: „Fondazione Centro per la Conservazione ed il Restauro dei Bene Culturali Torino“, das „Dipartimento di Scienze dellʾAntichità dellʾ Università La Sapienza“ in Rom und das „Politecnico“ in Mailand. Schon im Dezember 2019 wurden die Weichen gestellt für diese Phase der Renovierung – bis alles (augenscheinlich) gestoppt wurde durch die Corona-Pandemie.

Lassen wir Stefano Trucco zu Wort kommen, den Direktor der Renovierungsarbeiten: „Wir haben in den letzten beiden Jahren trotz der Pandemie für das Projekt gearbeitet, möglich geworden durch die große Hilfe der örtlichen Architekten der 3 in der Grabeskirche tätigen Gemeinschaften (Griechisch-orthodoxes Patriarchat, Armenisch-orthodoxes Patriarchat und Kustodie des Heiligen Landes). In der Grabeskirche ist ein Klima der gegenseitigen Hilfe dieser drei Gemeinschaften entstanden.“ Zurzeit geht es nun darum, alles Vorhandene zu dokumentieren, die Stabilität der Ädikula zu prüfen, archäologische Arbeiten vorzubereiten, den Boden im Inneren des Grabbaues zu untersuchen und somit die Basis einer umfassenden Renovierung zu schaffen. Der Obere der armenisch-orthodoxen Kommunität drückt es sehr passend aus, wenn er sagt: „Für Jahrhunderte wurde die Kirche nicht oder nur in kleinen Teilen restauriert, ohne dass die drei Gemeinschaften zusammengearbeitet haben. Ich bin glücklich, dass wir nun zusammenarbeiten“.

 

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